
Landgasthof Kammbräu
Der seit Generationen von der Familie Kamm geführte charmante Landgasthof steht für besonders erholsamen Urlaub und anspruchsvolle Naturküche im Bayerischen Wald. Inhaberin Sigrid Kamm ist nicht nur Gastgeberin, sondern auch Küchenchefin und Kräuterliebhaberin. Lassen Sie sich ruhig anstelle eines Weins mal eines der vielen außergewöhnlichen Biere von Partnerbetrieben der „Bierkulturregion“ zum Menü empfehlen – es werden wahre Entdeckungen der regionalen Braukunst kredenzt. Das Wirtshaus strahlt Gemütlichkeit aus, der stilvolle Gastgarten bietet im Sommer pure Erholung im Grünen. Zum nachhaltigen Gesamtkonzepts des Kammbräus gehört, dass der Fisch aus den Quellwasserweihern des Anwesens kommt, zudem der Eigenanbau von Obst, Gemüse und Kräutern. Biofleisch und Bioeier stammen vom Bauernhof nebenan. Ebenfalls selbstverständlich: eine CO2-neutrale Energieversorgung. Im Gebäude „Altes Brauhaus“ nächtigen Gäste umgeben von jahrhundertealten dicken Wänden in Natur-Design-Zimmern, im Haupthaus können sie wählen zwischen Unterkünften in einem traditionellen Landhausstil oder in einem neuen gemütlich-schicken Style. Im Übernachtungspreis inkludiert ist die activCARD Bayerischer Wald, das Vital-Frühstück vom Buffet sowie die Nutzung von Whirlpool, Sauna und Dampfbad und vieles mehr, insbesondere spezielle Leistungen für Wanderer und Mountainbiker. E-Bikes können vom Haus gemietet werden.
Mehr entdecken!
Das sollten Sie einmal probieren!
- Alle
- Streckentouren
HOMESTORY - KAMMBRÄU

Zeit als Zutat
Ein Besuch bei Sigrid Kamm im Kammbräu
In Zenting ticken die Uhren anders. Langsamer vielleicht – aber nicht stehen geblieben. Auf jeden Fall nicht digital. Wer hierherkommt, muss sich umstellen: auf eine Welt, in der es weder Tagesgerichte aus dem Großmarkt noch Frühstücksmelonen im März gibt. Dafür: Zwetschgen aus dem eigenen Garten, Salat vom Feld hinterm Haus – und eine Wirtin, die nicht serviert, sondern Haltung zeigt.
Sigrid Kamm ist vieles: Köchin, Gastgeberin, Kräutersammlerin, Mutter, Visionärin. Vor allem aber ist sie jemand, die tut, was andere nur predigen. Slow Food zum Beispiel. Regionalität. Nachhaltigkeit. „Wenn jemand wissen will, warum bei uns der Schafskäsesalat 18,80 Euro kostet, dann erklär ich das gern: Weil der Käse echt ist, das Brot selbstgebacken und der Salat draußen wächst.“ Da kann man nicht widersprechen – und sollte es auch nicht versuchen.
Seit 1883 ist der Kammbräu im Familienbesitz. Das Gebäude war einst ein Kloster, später eine Dorfbrauerei. Heute ist es ein Ort, der anders ist, ohne es laut zu sagen. Zehn Zimmer, ein großer Garten, ein Gastraum mit ehrlicher Küche. Kein Wellnessbereich, kein Pool, keine Entspannungsmusik aus dem Lautsprecher. „Unsere Wellness ist der Baum im Hof und die Kastanie überm Biergarten“, sagt Kamm und meint das völlig ernst.
Drei Mal die Woche führt sie Gäste über ihr Feld – Tomaten, Bohnen, Zucchini, alte Apfelsorten. Was geerntet wird, kommt auf den Teller. Was nicht reicht, wird ergänzt – aber nicht aus Chile, sondern von nebenan. Der Fisch stammt aus dem eigenen Weiher, das Wild vom Jäger im Dorf. Im Winter wird auf Eingemachtes zurückgegriffen, und wenn’s keine Äpfel mehr gibt, dann gibt’s eben keine Äpfel. „Das ist doch das Schöne: dass man nicht immer alles haben kann.“

Ein bisschen sperrig kann sie sein, diese Haltung – gerade im 21. Jahrhundert, wo Convenience längst kein Schimpfwort mehr ist. Aber der Erfolg gibt ihr recht. 85 Prozent der Gäste kommen gezielt. Weil es gut ist. Weil es anders ist. Weil es echt ist.
„Wir sind kein Hotel für alle“, sagt Kamm. Das beginnt beim Bier – einem wechselnden Zwickl aus einer befreundeten Brauerei, führt über die Spezialitäten der Bierkulturregion Niederbayern – und endet bei der Speisekarte, die keine Nummern kennt, sondern Geschichten erzählt: vom Lamm aus dem Nachbardorf, vom Brot mit Griebenschmalz, vom veganen Schokomousse aus Aquafaba („nicht mein Lieblingsgericht, aber es geht“). Wer fragt, kriegt Antworten. Wer nicht fragt, merkt es trotzdem: Hier ist nichts austauschbar. Auch die Wirtin nicht.
Dass sich in 20 Jahren alles ändern könnte, weiß sie. Vielleicht wird aus dem Kammbräu mal ein Hofladen. Oder eine Schule für nachhaltige Ernährung. Vielleicht übernimmt eines der Kinder – oder der Enkel. Vielleicht auch niemand. „Man muss sich anpassen. Nicht an den Markt, sondern an die Möglichkeiten.“ Und an die Natur, möchte man hinzufügen.
Denn am Ende geht es hier nicht um Nostalgie, sondern um Gegenwart mit Gewissen. Um Lebensmittel, die den Namen verdienen. Um Arbeit, die Mühe macht und stolz macht. Und um Zeit – nicht als Uhrzeit, sondern als Haltung. „Ich lebe ohne Zeit“, sagt Sigrid Kamm. Und man glaubt ihr sofort. Vielleicht ist das das Geheimnis: Zeit nicht zu sparen, sondern zu investieren – in Geschmack, in Handwerk, in Haltung.
Landgasthof Kammbräu
Bräugasse 1
94579 Zenting
Bayerischer Wald
+49 9907 89220
info@kamm-braeu.de
www.kamm-braeu.de
