
Bucher Bräu Grafenau
Bucher-Bräu ist eine Familienbrauerei in der 5. Generation und steht für Heimatverbundenheit und Regionalität. Wir investieren sehr viel Liebe und Mühe in unsere traditionellen Biersorten, sind aber auch mit unseren modernen Bier-Variationen wie mit unserem Goaßerl überregional sehr erfolgreich.
Mehr entdecken!

brauereiführung
Unser Braumeister persönlich führt Sie jeden Dienstag durch die Brauerei und gibt Ihnen dabei einen Einblick in die Kunst des Bierbrauens und über unsere Brauerei.
Erleben Sie eine interessante Zeit, in der Sie viele neue Erkenntnisse über unser „flüssiges Brot“ erwerben können! Die Führung findet jeden Dienstag ab 13:00 Uhr statt. Es muss sich bis spätestens Montag 16:00 Uhr angemeldet werden.
Infos und Buchung bei Bucher Bräu Grafenau
Tel.: +49 (0)8552 40870
E-Mail: info@bucher-braeu.de
www.bucher-braeu.de
- Alle
- Rundtouren
- Streckentouren
HOMESTORY - BUCHER BRÄU GRAFENAU
BUCHER BRÄU GRAFENAU
Hans-Ulrich und Anton Wiedemann im Gespräch über Gegenwart und Zukunft
Eine Brauerei mit langer Tradition
Es war einmal – denn so beginnen gute Geschichten – eine kleine Stadt namens Grafenau, die stolz auf ihr Bier war. Und mitten in dieser Stadt, zwischen Tradition und Moderne, zwischen Braukessel und digitalen Strategien, stehen heute Anton und Hans-Ulrich Wiedemann. Vater und Sohn, die sechste und fünfte Generation einer Brauereifamilie, die nicht nur Bier braut, sondern auch Geschichte schreibt.
Grafenau, das nächstes Jahr 650 Jahre alt wird, atmet schon lange Zeit die Bierkultur. Schon im 18. und 19. Jahrhundert gab es ein Kommunbrauhaus, in dem sieben Wirte gemeinsam ein Sudhaus betrieben. Doch irgendwann wurde das kompliziert – wer investiert, wer profitiert? 1843 entschied sich ein gewisser Rosenlehner, sein eigenes Ding zu machen, kaufte ein Sudhaus, baute eine Brauerei. Ein paar Jahre später übernahmen die Buchers, eine Familie aus Waldkirchen. Durch Heirat wurden aus den Buchers die Wiedemanns, die heute das Brauhandwerk der Stadt in die Zukunft führen.


Fünf Generationen Verlässlichkeit
Fünf Generationen. Fünfmal wurde das Brauhandwerk weitergegeben, verfeinert, modernisiert. Hans-Ulrich, der Vater, ist der Kaufmann. Anton, der Sohn, ist der Praktiker, der mit Hingabe das Brauen zur Lebensaufgabe gemacht hat. „Ich wollte ja nie studieren“, sagt Anton. Probiert hat er es trotzdem. „Aber nach einem halben Jahr war klar: Das ist nix für mich.“ Stattdessen folgten eine Lehre, die Gesellenzeit und die Braumeisterschule in München.
Seit letztem Jahr ist er zurück im Betrieb. Und wie ist das, wenn Vater und Sohn gemeinsam arbeiten? Wenn Erfahrung auf Tatendrang trifft, Wissen auf Wagemut? Eine Brauerei ist schließlich ein lebendiger Organismus, ein stetiges Bemühen um das richtige Maß zwischen Heute und Morgen. „Wir sind ein gutes Team“, sagt Hans-Ulrich. Anton nickt. Kein großes Pathos, kein überflüssiges Wort. Sie wissen, was sie aneinander haben. Der eine Der eine kennt den Wert der Tradition und die Bedeutung solider Finanzen, der andere experimentiert mit frischen Ideen und neuen Ansätzen. Sie ergänzen sich, fordern sich heraus, und vertrauen einnander.
Von Maß und Märkten
Früher war Bier ein Lebensmittel, heute ist es eine Debatte. „Jeder Tropfen zu viel“, sagen die einen. „Bier gehört zur Kultur der Menschheit“, sagt Anton. Seit Jahrtausenden fermentiert der Mensch nicht nur Getränke, sondern auch Geselligkeit. Maßlosigkeit? Nein. Maßhalten. „Nicht in Maßen, sondern in Maßen“, lacht Hans-Ulrich.
Doch eine Brauerei denkt in längeren Zeiträumen als eine Schlagzeile. Märkte ändern sich, Trinkgewohnheiten wandeln sich, aber das Prinzip bleibt: Gutes Bier, ehrliche Arbeit, eine Familie, die zusammenhält. 1843 war es ein Sudhaus, heute sind es digitale Strategien, neue Vertriebswege und Brauverfahren, die dem Zeitgeist begegnen. Alkoholfreies Bier? Einst belächelt, heute gefragt. „Und dank moderner Methoden so vollmundig, dass selbst Puristen ins Grübeln kommen“, sagt Anton. „Die Kunst bleibt, Tradition und Wandel unter einen Deckel zu bringen.“
Und dann stehen da plötzlich Dosen auf dem Tisch. Vor zwei Jahren noch ein Tabu, jetzt glänzen sie im Licht. Ein Bewusstseinswandel? Vielleicht. Oder nur die späte Einsicht, dass Praktikabilität keine Sünde ist. Freiheit in Aluminium, überall dabei, überall bereit. Selbst in 4-Sterne-Hotels inszeniert wie ein Champagner. „Wenn das Bier gut gemacht ist“, schmunzelt Hans-Ulrich.

Wohin geht die Reise?
Und 2035? Wer kann die Welt von morgen vorhersagen? Hans-Ulrich zuckt mit den Schultern. „Vielleicht ist nur wichtig, dass der Betrieb solide läuft, die Energiekosten sinken und das Wirtshaussterben aufhört.“ Denn wenn die Wirtshäuser verschwinden, geht mehr verloren als ein Ort zum Essen und Trinken. Es wäre, als würde man ein soziales Netzwerk abdrehen – nur dass es hier nicht um Klicks geht, sondern um echte Begegnungen. „Das Facebook der analogen Welt mit echten Freunden“, sagt Anton. Früher war der Stammtisch eine Institution. Heute? Wäre er wichtiger denn je.
Doch allein hält niemand eine Kultur am Leben. Weder im Privaten noch im Geschäftlichen. Es braucht Menschen, die sich zusammentun, Ideen teilen, voneinander lernen. „Einer allein kann viel, aber nicht alles“, sagt Hans-Ulrich. Deshalb zählt das Miteinander – in unserer Branche unter Gastronomen, Gastgebern, Brauern und vergessen wir nicht die Trinkglaskultur. In Niederbayern hat sich genau dafür eine Gemeinschaft gegründet: die Bierkulturregion.
„Wir sind dabei“, sagt Anton. „Schließlich braut man nicht nur für sich selbst, sondern immer auch für die, die es später ausschenken und trinken.“ Da zählt nicht nur Tradition, sondern auch, was Gastronomen und Hoteliers brauchen. Hier trifft bewährte Braukunst auf kreative Neugier – und manchmal auch auf handfeste Anforderungen aus der Praxis. Es ist eine Art bierkulinarisches Labor, in dem neue Biere erdacht und getestet werden. Brauerei-Gastgeber und Gastronom arbeiten hier zusammen und verstehen sich als Teil eines größeren Ganzen als Geschmacksbotschafter ihrer Heimat.
Und wie es läuft? „Mal nehmen wir was mit fürs nächste Mal, mal entsteht ein kleines Meisterwerk“, schmunzelt Hans-Ulrich. Der Hopfenklang zum Beispiel – eine stilvolle Bierspezialität voller Handwerkskunst ist bereits in der siebten Edition eingebraut. Jedes Mal anders, jedes Mal ein Unikat. Oder das Dosencuvée, zudem wir uns zunächst nur schwer durchringen konnten. Und siehe da: es war nach acht Tagen ausverkauft. Anton grinst. „Vielleicht ist das die Zukunft: eine Region, die nicht nur ihr Bier pflegt, sondern die Geschichten, die darin stecken.“
„Tradition ist nicht das Halten der Asche …
„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme“, sagt Hans-Ulrich und dreht sein Glas in der Hand. „Manchmal frage ich mich, was der Gründer unserer Brauerei von 1843 wohl sagen würde, wenn er heute hier säße. Wie sein erstes Bier geschmeckt hat, was er von all den Veränderungen halten würde.“ Er lächelt. „Mit ihm würde ich gern ein Bier trinken. Seine Stimme hören, den Duft des ersten Suds erspüren, sehen, wie weit wir gekommen sind.“ Dann stößt er mit Anton an. „Ein Prosit – auf das, was war, und das, was kommt!“
Bucher Bräu Grafenau GmbH & Co KG
Elsenthaler Str. 5-7
94481 Grafenau
Bayerischer Wald
+49 (0)8552 40870
info@bucher-braeu.de
www.bucher-braeu.de

