Lang Bräu Team

Lang Bräu

Traditionsbrauerei gegr.1856; bis 31.5.2014 in Privatbesitz. Seit 1.6.2014 wird die Brauerei als Genossenschaftsbrauerei geführt. Durch diverse Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen wurden die Weichen für die Zukunft und gegen Konkurrenzdruck gestellt. Durch Einsatz von besten Roh-und Grundstoffen und traditionell nach dem Reinheitsgebot gebraut, setzen wir auf hohe Qualität.

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Homestory Lang Bräu Freyung

Gerhard Geier der Visionär vom Lang Bräu in Freyung

Gerhard Geier ist Vorstandsvorsitzender der Bürgerbrauerei in Freyung und führt mit Leidenschaft und Weitblick eine Institution in die Zukunft, die eigentlich keine mehr hatte. „Wer Lust und Leidenschaft in sich vereinen kann“, meint er, „kann alles erreichen.“

Die Stadt Freyung ist seit gut einem Jahrzehnt in Aufbruchsstimmung. Da passte es so gar nicht ins Bild, dass ausgerechnet in der Stadtmitte einer bedeutungsvollen Institution mit 200jähriger Geschichte für immer das Aus drohte. Angeführt von Bürgermeister und Stadtrat, wurden Pläne zur Rettung geschmiedet. Die Stadt war bereit ihren Teil zu leisten, aber es brauchte auch eine Führungsmannschaft mit einem Verantwortlichen, der den Weg in die Zukunft wies.

Ich treffe Gerhard Geier, den Vorstandsvorsitzenden, in seinem Büro. Er ist ein erfahrener Mann, der Ruhe und Vertrauen ausstrahlt, ohne dass er groß etwas sagen muss. Ich rühre noch im Kaffee, als Geier mit ruhiger Stimme beginnt, die Geschichte „seiner Brauerei“ von ganz vorne zu erzählen. „Geschichte“, sagt er, „ist wichtig, denn sie bedeutet Wurzeln zu haben und sich ihrer bewusst zu sein“. Und dann fügt er noch an: „Ohne Herkunft keine Zukunft“.

Ganz vorne heißt 1813. In jenem Jahr beantragt der Braumeister und Mitglied der Freyunger Bräugesellschaft, Johann Reichenberger, eine „Brau-Concession“ für sein Haus und läutet damit die Geburtsstunde vom Lang Bräu ein.

„Die folgenden Jahrzehnte waren bewegend“, weiß Gerhard Geier aus der Chronologie der Brauerei zu berichten. Denn nach gut 40 Jahren folgt 1857 der wirtschaftliche Absturz und die Brauerei wird versteigert. Sie wechselt samt aller Besitzungen für 40.000 Gulden in das Eigentum von Andreas Lang, Besitzer von Schlossgut Falkenfels und der Bierhütte im nahen Hohenau.

Über viele Generationen hinweg, am Ende werden über 150 Jahre sein, genießt die Familie Lang großes Ansehen in der Stadt. Sie führt die Brauerei mit Weitsicht Leidenschaft und Gemeinsinn. Nepomuk III, der letzte in der Lang-Dynastie soll besonders umtriebig gewesen sein. Geier wörtlich: „Der Nepomuk hat alljährlich zur Fronleichnamsprozession das Einbrauen befohlen und damit die ganze Stadt in eine Duftwolke aus Gerstenmalz gehüllt, um die Bürger daran zu erinnern, dass Bier und Tradition untrennbar zusammengehören. „Er war wahrscheinlich der erste Brauereibesitzer überhaupt gewesen, der auf „Duftmarketing“ setzte“, lacht Geier, und hängt noch ein Augenzwinkern dran.

Im beginnenden neuen Jahrtausend aber fehlen die Erben. Aus Mangel an eigenen Nachkommen beschließt die Familie Lang 2009 die Brauerei zu verkaufen. 2014 droht dann das Aus. Aber Freyung wäre nicht Freyung und die Brauerei nicht die Brauerei, wenn es nicht eine gemeinschaftliche Lösung für den Fortbestand dieser so wichtigen Institution in Freyung gegeben hätte.

„Ich erinnere mich noch gut an den 5. Januar 2014“, erzählt Geier. „Ich sollte mich finanziell an der Fortführung des Lang Bräu beteiligen und zu einem „Gesprächsabend“ kommen. An jenem Abend saßen wir dann, 15 Männer und Frauen, an einem großen Tisch und berieten über die Neuaufstellung der Brauerei. „Als geborener Wirtssohn, Bankkaufmann und Genossenschaftsgründer in früheren Zeiten war ich für die Problematik natürlich besonders sensibilisiert. Ich stellte also laufend Fragen, bis ich mich in die Rolle des „sachverständigen Hinterfragers“ hinein gefragt hatte und beauftragt wurde, das Projekt in die Hand zu nehmen“, lacht er laut.

Also setzte ich mich hin, las 14 Tage lang Wertgutachten, wertete Bilanzen aus und beriet mich mit dem Gründungsberater beim Genossenschaftsverband und vielen anderen. Ich ging zunächst von 2 Monaten Aufwand aus oder anders gesagt, von einem Engagement bis zu dem Moment, an dem die Genossenschaftssatzung beschlussreif für die Gründungsversammlung ist.“

Lang Bräu Team

Er macht ein Beispiel: „Als wir anfingen, war die Brauerei deutlich sichtbar in die Jahre gekommen, sodass ich mich entschloss, sofort am Erscheinungsbild zu arbeiten. Also trug ich dem Aufsichtsrat vor, die Sudhaus-Fassade zu erneuern. Ich wusste, dass die Umsätze bis dahin die Investition nicht hergaben, die Maßnahme aber notwendig war, um Vertrauen zurückzugewinnen“.

„Wer geht schon gern in einen Laden, der von außen alles andere als einladend wirkt“, meint Geier. „Dies und viele weitere Entscheidungen verlangten dem Aufsichtsrat und vor allem auch den Mitarbeitern alles ab. In diesem Moment ist Führung wichtig. Führen von der Ferne geht nicht. Es war von Anfang an meine Aufgabe, die Menschen zu motivieren, als Vorbild zu agieren und Vertrauen aufzubauen“, so Geier.

Unterstützung kam aber auch von außen. Die Genossenschaftsstruktur sorgte von Anfang an für eine unglaublich hohe Identifikation der Menschen in der Region mit dem Lang Bräu. „Hier spricht jeder von „unserem Weizen“ und nicht vom Weizen des Lang Bräu“, betont Gerhard Geier.

Auf die Frage, welches unternehmerische Prinzip ihn am wichtigsten ist, antwortet er: „Ich bin der Typ, der auf Sicht fährt und das Risiko überschaubar hält. Wir würden uns finanziell nie so weit aus dem Fenster lehnen, dass wir nachts nicht mehr schlafen können. Solide Finanzen sind eine wichtige Grundlage für wirtschaftliche Stabilität“. Lachend fügt er hinzu: „Der Betrieb funktioniert dann am besten, wenn der Mann das Handwerk und die Frau die Finanzen führt. Bei uns in der Brauereiführung bin ich die Frau“.

„Am Ende“, so Geier weiter, „entscheidet das Handwerk über den Erfolg. Weshalb wir die Handwerkskunst ganz besonders pflegen. Es gibt wenige Brauereien, die so bodenständig und handwerklich produzieren, wie wir. Wir brauen in offener Gärung im Kupferkessel, nutzen eigenes Quellwasser, verwenden fast ausschließlich regionale Rohstoffe und lasse unsere Biere ruhen und reifen.“

Lang Bräu Haus

Das war nicht immer so, betont er. „Aber inzwischen sind wir ein ausgezeichnetes Team geworden und das ist das Verdienst aller Mitarbeiter. Jeder leistet dazu seinen Beitrag“.

Mit Blick auf die Zukunft hofft Gerhard Geier, „dass die Kunden mit unserer Brauerei in 10 Jahren genauso zufrieden sind, wie heute und wir als Gemeinschaftsbrauerei gesellschaftlich und sozial fest in Freyung und im Landkreis verankert sind“.

„Und lass uns nicht die Umwelt vergessen“, mahnt er: „Die energetische Optimierung und die Investition in Nachhaltigkeit der Brauerei werden zukünftig eine große Rolle spielen, genauso wie menschengerechte Produktion mit weniger schwerer körperlicher Arbeit in der Brauerei“.

Am allermeisten freut sich Gerhard Geier darüber, dass der Lang Bräu bald wieder einen eigenen Genussort haben wird. Der Aufsichtsrat hat im April 2021 beschlossen, das Bräustüberl am Stadtplatz aus dem „Dornröschenschlaf“ zu holen. Damit kehrt ein Ort für Bierkultur und Geselligkeit nach Freyung zurück und knüpft an alte Traditionen an. Voraussetzung dafür ist, dass wir an der Qualität unserer Getränke arbeiten, so Geier. „Unsere Hauptsorte ist immer noch das Helle. Aber wir müssen wach und experimentierfreudig bleiben und im Wert und nicht in der Menge wachsen“, so der Visionär.

Homestory Lang Bräu Freyung

DER LANG BRÄU FREYUNG

 Ein Gespräch mit Anton Pertler und Rudi Bauer über Fans, Bier und große Pläne 

Es gibt Dinge, die ändern sich nie: Ein frisches Bier nach Feierabend, das leise Ploppen, wenn der Kronkorken abhebt, das erste herbe Prickeln auf der Zunge. Und dann gibt es Dinge, die ändern sich gewaltig – zum Beispiel eine ganze Brauerei. 

Donnerstagmorgen in Freyung. Wer dieser Tage beim Lang Bräu über die Schwelle tritt, staunt nicht schlecht: Alles glänzt, überall wird gewerkelt, über 15 Kilometer Bierleitungen wurden schon verlegt – die Zukunft hält Einzug. Drei Männer treiben den Wandel voran: Roland Tobias, Anton Pertler und Rudolf Bauer. Sie sind die Vorstände und haben die Brauerei vom ehemaligen Vorstand Gerhard Geier wohl bestellt übernommen und führen sie nun weiter in die Zukunft. 

Der Weg von Anton Pertler und Rudi Bauer begann nicht in der Chefetage, sondern mitten im Handwerk. Und genau das ist es, was den Lang Bräu ausmacht: Hier wird Wissen über Jahre entwickelt, hier wachsen die Menschen mit ihrer Brauerei, hier entsteht Kontinuität auf Grundlage langjähriger Erfahrung. Dabei sind die Zeiten für Bierbrauer härter als je zuvor. Der Konsum sinkt, kleine Brauereien kämpfen ums Überleben. Aber statt zu jammern, wird hier angepackt – mit dem festen Glauben daran, dass eine Brauerei mehr ist als ein Produktionsbetrieb. Sie ist ein Stück Identität, ein lebendiges Erbe, das nur durch engagierte Menschen weitergetragen werden kann. 

Warum tut man sich das an? Warum investiert man Herzblut und Arbeit in ein Handwerk, das andere längst abgeschrieben haben? Für Anton Pertler und Rudolf Bauer ist die Antwort klar: Weil sie wissen, dass Freyung ohne Lang Bräu ein bisschen weniger Freyung wäre. 

 Das Abenteuer Genossenschaft 

Und Freyung ist eine Stadt im Aufbruch. Doch als vor gut einem Jahrzehnt ausgerechnet in ihrem Herzen die Brauerei mit 200-jähriger Geschichte vor dem Aus stand, war klar: Das passte nicht ins Bild und schon gar nicht in die Vision eines belebten Stadtzentrums. Still zusehen? Keine Option. Bürgermeister, Stadtrat und Bürger schmiedeten Rettungspläne, die Stadt leistete ihren Beitrag – doch das wahre Fundament des Neubeginns lag in der Gemeinschaft. 

Denn der Lang Bräu ist keine gewöhnliche Brauerei. Er gehört nicht einem Investor, sondern den Menschen der Region. 286 Mitglieder zählt die Genossenschaft heute, und mit ihr eine tiefe Verbundenheit: „Hier spricht jeder von ‘unserem Weizen‘ und nicht vom Weizen des Lang Bräu“, sagen die beiden Vorstände unisono. 

Doch wie ist das eigentlich, eine Brauerei mit 286 Chefs zu führen? Anton Pertler lacht. „Es ist Verantwortung, aber auch Rückenwind.“ Denn hier zählt nicht, wer das meiste Geld bringt – wer mindestens 5000 Euro investiert, bekommt eine Stimme, ab 15.000 Euro sind es drei. Mehr nicht. Keine Großinvestoren, kein Stimmrecht-Monopol. Dafür ein gemeinsames Ziel: eine Brauerei, die nicht nur Bier braut, sondern ein Stück Tradition und Heimat bewahrt. 

Und der Erfolg gibt ihnen recht. Noch vor zehn Jahren lag der Wert der Brauerei bei 2,8 Millionen Euro. Heute sind es geschätzt 12 Millionen. Man könnte sagen: Ein gutes Bier allein macht noch keine starke Brauerei. Aber 286 Menschen, die daran glauben – das schon. 

Ein Verein für die Brauerei – und fürs Leben 

Brauereien kommen und gehen – doch in Freyung hat man sich entschieden, das „Gehen“ gar nicht erst zur Option zu machen. Neben den Genossen gibt es noch eine zweite Säule: den Freundeskreis der Brauerei. 

1.800 Mitglieder zählt er mittlerweile, und wer dazugehört, tut mehr als nur trinken. Für genau 18,56 Euro im Jahr – eine Hommage an das Gründungsjahr der Brauerei – ist man Teil einer Gemeinschaft, die mit anpackt, wenn es nötig ist, und einmal im Jahr ihr eigenes großes Fest feiert. Freibier, Schweinshaxen, bayerische Gemütlichkeit – letztes Jahr kamen über 500 Gäste, fast wäre die Halle zu klein gewesen. 

Dazu gibt es kleine Rituale: Jeder Lang Bräu-Freund bekommt eine persönliche Mitgliedsnummer, die nicht nur als Eintrittsmarke zum Fest, sondern auch als Biermarke auf dem Volksfest dient. Wer sie stolz vorzeigt, weiß: Er gehört dazu. Vielleicht ist es Nostalgie. Vielleicht ist es auch einfach kluges Marketing. Wahrscheinlich beides – und genau darin liegt der Charme. 

Eine Mitgliedsnummer als Biermarke, ein Jahresbeitrag, der zufällig das Gründungsjahr der Brauerei widerspiegelt, ein Fest, bei dem es Freibier und Haxen gibt: Das klingt nach einem durchdachten Konzept. Aber was ist schon Marketing anderes als die Kunst, Menschen für eine Idee zu begeistern? Und wenn es am Ende dazu führt, dass 1.800 Menschen nicht nur trinken, sondern sich mit einer Brauerei verbunden fühlen, dann ist das nicht nur klug – sondern auch ziemlich gelungen. 

Eine Brauerei mit Zukunft 

Doch Erfolg misst sich nicht nur in Zahlen, sondern in Weitblick. Und den hat man beim Lang Bräu. Der Energieverbrauch soll drastisch sinken – von 12 auf 3,5 Kilowattstunden pro Hektoliter. Der Heizölverbrauch? Auf ein Sechstel reduziert. „Unser Ziel ist eine autarke Brauerei mit Photovoltaikanlagen und Speichersystemen“, sagt Anton Pertler. Nachhaltigkeit ist hier kein schicker Werbeslogan, sondern gelebte Überzeugung – und die Erkenntnis, dass jedes Unternehmen seinen Teil beitragen muss. Während anderswo noch über die Energiewende diskutiert wird, ist sie in Freyung längst Realität: Im Sudhaus wurde von der Schrotmühle bis zur Filtration modernisiert – ein Kraftakt, der nicht nur das Bier, sondern auch die Zukunft sichert. 

 

Das Lang Bräu-Bräustüberl: Wo das Bier den kürzesten Weg hat

Ein Bräustüberl ist mehr als ein Wirtshaus. Es ist das Schaufenster der Brauerei, Ort der Geselligkeit und stiller Vertragsschluss bei einer Halben. Hier zeigt sich, was eine Brauerei wirklich ist – nicht nur Produktionsstätte, sondern Teil des Lebens. Auch in Freyung ist das nicht anders. Im Lang Bräu-Bräustüberl treffen sich Handwerker und Bürgermeister, Stammtischler und Touristen. Wer hier einkehrt, trinkt nicht nur ein Bier, sondern auch ein Stück Heimat. Solange hier noch einer mit einem Hellen anstößt, bleibt Freyung ein Stück weit Freyung.

 

Fazit: Eine Brauerei mit Zukunft 

Lang Bräu ist mehr als eine Brauerei – sie ist eine Gemeinschaft. 286 Genossen und über 1800 Freunde tragen sie mit, nicht als Investition, sondern aus Überzeugung. Hier geht es nicht um Rendite, sondern um Identität. Eine Stadt ohne ihr Bier? Für Freyung undenkbar. Doch Tradition allein reicht nicht. Lang Bräu denkt weiter: energieeffizient, nachhaltig, zukunftsorientiert. Die Brauerei kennt ihre Wurzeln, richtet den Blick aber nach vorn. Ihr Erfolg ist kein Zufall – sondern das Ergebnis einer klaren Idee und vieler Menschen, die an sie glauben. 

Lang Bräu Freyung eG

Langgasse 2
94078 Freyung
+49 8551 57760www.langbraeu.de